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D&O ist Manager­sa­che – die...

Die persön­li­che D&O-Versicherung liegt im Trend. Manager schlie­ßen sie auf eigene Rechnung ab – zusätz­lich zum firmen­fi­nan­zier­ten D&O-Schutz.

Michael Hendricks erläu­tert im Inter­view mit Versicherungswirtschaft-heute.de die Hinter­gründe.

Warum steigt die Zahl der Manager­haft­pflicht­fälle derzeit so rasant? Wie kommt es, dass bei vielen Versi­che­rern die D&O-Sparten Verluste machen? Und: Bieten die Versi­che­rer vielleicht deshalb gerade jetzt verstärkt D&O-Versicherungen an, die die Manager – als Ergän­zung zur firmen­fi­nan­zier­ten D&O-Police – auf eigene Kosten abschlie­ßen, um die gestie­ge­nen Risiken in den Griff zu bekom­men?

Aufsichts­räte müssen bei Vermö­gens­schä­den handeln
Im Inter­view mit Versicherungswirtschaft-heute.de stellte D&O-Experte und Howden-Anwalt Michael Hendricks klar: Haupt­grund für die wachsende Flut an D&O-Schäden ist die Pflicht der Aufsichts­räte die Vermö­gens­in­ter­es­sen der Gesell­schaft zu wahren. „Wenn es in Unter­neh­men zu Fehlent­schei­dun­gen kommt, hat der Aufsichts­rat die Aufgabe, die dafür Verant­wort­li­chen zur Rechen­schaft zu ziehen“, so Hendricks. „Tut er das nicht, so macht er sich selbst schadens­er­satz­pflich­tig.“

Firmen­fi­nan­zierte D&O-Policen
Um ihre Vorstände, Geschäfts­füh­rer, aber auch ihre Aufsichts­räte für den Haftungs­fall abzusi­chern, haben immer mehr Unter­neh­men in den vergan­ge­nen Jahren D&O-Versicherungen abgeschlos­sen. Die Manager­haft­pflicht­po­li­cen haben sich denn auch in der Praxis als Schutz­schirm für die Unter­neh­men und vor allem für ihr Führungs­per­so­nal bewährt. Doch der scharfe Wettbe­werb der Versi­che­rer unter­ein­an­der führte schließ­lich dazu, dass weitge­hende Deckun­gen zu Spott­prei­sen angebo­ten wurden.

Preis-Leistungs­ver­hält­nis muss nachvoll­zieh­bar sein
Die Folge: Die D&O-Sparten vieler D&O-Versicherer schrei­ben Verluste, was bei den klassi­schen, firmen­fi­nan­zier­ten D&O-Versicherungen zu einer wenig kunden­freund­li­chen Schaden­re­gu­lie­rung geführt hat. „Die größte Heraus­for­de­rung für den Versi­che­rungs­markt wird es jetzt sein, ein für die Kunden nachvoll­zieh­ba­res Preis-Leistungs­ver­hält­nis herzu­stel­len“, so Michael Hendricks. „Die Aufgabe für die Makler­schaft liegt darin, die Unter­neh­men ordent­lich zu beraten und einen wirklich wirksa­men Versi­che­rungs­schutz zu konzi­pie­ren.“

Unter­neh­men bitten Manager direkt privat zur Kasse
Denn wenn die firmen­fi­nan­zierte D&O-Versicherung versagt, kann das für Geschäfts­füh­rer und Vorstände, aber auch für die Aufsichts­räte sehr gefähr­lich werden. Der Grund: Bleiben Unter­neh­men im Ernst­fall auf ihrem Vermö­gens­scha­den sitzen, weil der D&O-Versicherer mit dem Verweis auf Deckungs­aus­schlüsse doch nicht zahlt, fordern die Unter­neh­men umso mehr Geld von dem Manager oder Unter­neh­mens­kon­trol­leur direkt privat ein.

Persön­li­che D&O-Versicherung auf eigene Rechnung
Um dieser Gefahr etwas entge­gen zu setzen, entschei­den sich Manager zuneh­mend, ganz privat – zusätz­lich zum D&O-Schutz, den ihr Unter­neh­men für sie abschließt – in eine persön­li­che D&O-Versicherung (auch Perso­nal D&O genannt) zu inves­tie­ren. Mit diesem persön­li­chen Schutz für ihr Privat­ver­mö­gen schaf­fen sie sich so etwas wie einen doppel­ten Boden. „Die Indivi­du­al­po­li­cen sind keines­wegs die Idee der Versi­che­rer“, macht Michael Hendricks im Inter­view mit Versicherungswirtschaft-heute.de deutlich. „Vielmehr haben Berater auf Seiten der Kunden – etwa Makler oder Rechts­an­wälte – erkannt, dass Lösun­gen für das Problem gefun­den werden müssen“.

Quelle: Inter­view mit Michael Hendricks, „D&O-Versicherer sind sehen­den Auges in die Katastro­phe geschlit­tert“, Versicherungswirtschaft-heute.de,
Veröf­fent­licht am: 17. April 2018
Autor: Tobias Daniel
Lesen Sie das vollstän­dige Inter­view auf Versicherungswirtschaft-heute.de

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