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Die D&O-Police als Klage­falle

D&O-Policen gaukeln Sicher­heit vor, warnt das Handels­blatt. Oft verlo­cke die Versi­che­rung Unter­neh­men erst dazu, Manager auf Schadens­er­satz zu verkla­gen. Howden-Anwalt Michael Hendricks erläu­tert, was Führungs­kräfte tun können.

Die Zahl der D&O-Schadenfälle in Deutsch­land ist in den vergan­ge­nen 20 Jahren nach oben geschnellt, schreibt das Handels­blatt. Dabei verkehre sich, was eigent­lich als Schutz für unberech­tigte Forde­run­gen von außen gedacht war, für immer mehr Manager ins Gegen­teil. Oft verlo­cke die Versi­che­rung Unter­neh­men erst dazu, Manager auf Schadens­er­satz zu verkla­gen.

In 80 Prozent der D&O-Fälle verkla­gen Unter­neh­men ihre Manager

Die Wirtschafts­zei­tung berief sich auf Schät­zun­gen der Allianz. Der Versi­che­rer geht davon aus, dass mittler­weile in vier von fünf D&O-Verfahren Unter­neh­men gegen die eigenen Manager vorge­hen. Auch Michael Hendricks, Rechts­an­walt des Spezi­al­mak­lers Howden, bestä­tigte dem Handels­blatt: „Deutsch­land steht bei der Zahl der Manager­haf­tungs­ver­fah­ren im Vergleich zur Größe unserer Wirtschaft im inter­na­tio­na­len Vergleich auf Platz eins.“

Schadens­sum­men fallen immer höher aus

Bei der Betrach­tung der spekta­ku­lärs­ten Haftungs­fälle der vergan­ge­nen 15 Jahre – so das Handels­blatt – zeigt sich zudem, dass die Policen den komplet­ten Schaden in der Regel nicht abdecken. Die Schadens­sum­men fallen immer höher aus und die Fälle ziehen sich immer mehr in die Länge. So gerie­ten viele Verfah­ren zur jahre­lan­gen Hänge­par­tie und damit aus Sicht der betrof­fe­nen Manager zur Tortur. Am Ende der Strei­tig­kei­ten müssten Führungs­kräfte unter Umstän­den den Schaden dann doch noch aus der eigenen Tasche bezah­len.

Private D&O-Zusatzversicherung oder blindes Vertrauen

Eine Lösung, sich vor seinen Amtsri­si­ken zu schüt­zen, ist eine persön­li­che D&O-Versicherung, die Manager zusätz­lich zur eigent­li­chen Unter­neh­mens­po­lice privat abschlie­ßen können. Laut Michael Hendricks heißt die Gretchen-Frage, die sich Manager vor Abschluss einer solchen Zusatz­ver­si­che­rung stellen sollten: „Kann ich meinem Aufsichts­rat oder – bei größe­ren Mittel­ständ­lern – der Gesell­schafts­ver­samm­lung blind vertrauen?“

Quelle: Handels­blatt (PRINT)
Veröf­fent­licht am: Wochen­ende 29.12.2017 bis 01.01.2018, Nr. 250
Autorin: Claudia Obmann

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