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D&O – Neue Schieds­ord­nung...

Manager­haft­pflicht­pro­zesse ziehen sich meist über Jahre hin. Jetzt sorgt eine neue D&O-Schiedsordnung dafür, dass sich die komple­xen D&O-Streitfälle in weniger als zwölf Monaten klären lassen.

Manager­haft­pflicht­pro­zesse sind komplex und langwie­rig. Im Mittel­stand dauert es im Schnitt dreiein­halb Jahre, bei Großun­ter­neh­men fünf bis sieben Jahre, bis ein Manager­haft­pflicht­scha­den­fall geklärt ist.

Die langwie­ri­gen Gerichts­ver­fah­ren belas­ten Unter­neh­men und Manager

Für die schlep­pende Abwick­lung gibt es zwei Haupt­ur­sa­chen:

  1. In fast jedem D&O-Versicherungsfall liefern sich Aufsichts­rat und Vorstand kräfte­zeh­rende Graben­kämpfe darüber, ob überhaupt ein Manager­feh­ler vorliegt. Die Kosten für diese Haftungs­strei­tig­kei­ten machen im Schnitt 70 Prozent der Zahlun­gen aus, die die D&O-Versicherer leisten. Um den eigent­li­chen Vermö­gens­scha­den auszu­glei­chen, den der Manager durch seine Fehlent­schei­dung verur­sacht hat, bleibt am Ende unterm Strich meist wenig übrig.
  2. Ist die Haftungs­frage einmal geklärt, sorgen anschlie­ßend die Verhand­lun­gen zwischen Unter­neh­men und D&O-Versicherer über die Deckung meist für weitere, oft jahre­lange Verzö­ge­run­gen.

Das neue D&O-Schiedsgericht sorgt für kürzere Verfah­ren

Das soll sich jetzt ändern. Auf Initia­tive des D&O-Experten Michael Hendricks hat sich im Frühjahr 2018 ein Bündnis von führen­den Koryphäen für Manager­haf­tung und D&O-Versicherungsexperten formiert. In Koope­ra­tion mit der Schieds­ge­richts­in­sti­tu­tion ARIAS Deutsch­land e.V. und moderiert durch Howden-Rechts­ex­per­tin Beata Drenker entwi­ckel­ten mehr als ein Dutzend Ex-Richter, Rechts­wis­sen­schaft­ler und Rechts­an­wälte neue spezi­ell auf die Anfor­de­run­gen von Manager­haft­pflicht­fäl­len angepasste Schieds­re­geln.

Weniger Kosten für Rechts­an­wälte, Gutach­ter und Gerichte

Die Idee: Nicht staat­li­che Gerichte sollen über die D&O-Haftpflichtfälle entschei­den, sondern ein spezia­li­sier­tes Schieds­ge­richt. Das Ergeb­nis war eine neue D&O-Schiedsordnung, die es ab sofort ermög­licht, D&O-Streitfälle in weniger als zwölf Monaten zu klären. „Wir verhan­deln alles in nur einem statt wie bisher in zwei Verfah­ren und können dadurch die Kosten für Rechts­an­wälte, Gutach­ter und Gerichte enorm senken“, erklärt Initia­tor Michael Hendricks.

D&O-Schadenfallklärung in nur einem einzi­gen Verfah­ren

Das neue D&O-Schiedsverfahren ist eine Innova­tion: „Das Beson­dere ist das Mehr-Parteien-Verfah­ren“, hebt Profes­sor Dr. Chris­tian Armbrüs­ter von der Freien Univer­si­tät in Berlin in dem FAZ-Beitrag „Schieds­rich­ter für die Schaden­er­satz­klage“ hervor. Macht es die neue D&O-Schiedsordnung nach Hendricks-Initia­tive doch erstmals möglich, die Haftung und die Deckung in einem einzel­nen und nicht wie vor einem staat­li­chen Gericht in separa­ten Verfah­ren zu verhan­deln. So kann in einem Zug geklärt werden, ob ein Manager tatsäch­lich gegen seine Pflich­ten versto­ßen hat und deshalb haften muss und ob und wie viel der D&O-Versicherer zu bezah­len hat.

Schieds­rich­ter sind auf Manager­haf­tung und D&O-Versicherungsrecht spezia­li­siert

Weitere Vorteile: Auf der Richter­bank sitzen hochka­rä­tige Spezia­lis­ten und die Entschei­dun­gen der neuen D&O-Schiedsgerichte sind weitaus schnel­ler rechts­kräf­tig. Denn gegen Schieds­sprü­che gibt es keine Berufungs­in­stanz. Der D&O-Versicherer muss den Schieds­spruch anerken­nen und entspre­chend zahlen, da er in dem Verfah­ren selbst als Partei vertre­ten ist.

Quelle: „Schieds­rich­ter für die Schaden­er­satz­klage“, Frank­fur­ter Allge­meine Zeitung
Veröf­fent­licht am: 2. August 2018
Autor: Philipp Krohn

Hier der komplette FAZ-Beitrag als PDF zum Runter­la­den. (1,03 mb)

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