Noch im Sommer galten Preiserhöhungen in der D&O-Versicherung als so gut wie sicher. Jetzt steht fest, die Branche hat 2018 die Chance für die notwendige Preiswende verpasst. Was jetzt ansteht.

Am wolkenverhangenen Horizont der D&O-Versicherungsbranche sah es noch im Sommer 2018 so aus, als ziehe ein Silberstreif auf. Gleich mehrere D&O-Versicherer hatten angekündigt, ihre Konsequenzen aus den anhaltend hohen Schäden in der Managerhaftpflichtversicherung zu ziehen und für 2019 Preiserhöhungen angekündigt.

Der Weg zur gesunden Preispolitik wird steinig
Jetzt – da die Erneuerungsphase bei den D&O-Versicherungsverträgen beendet ist – steht fest: Die Wende hin zu einer gesünderen Preispolitik ist der Branche (noch) nicht gelungen. Erst wieder im Herbst 2019 können die Kunden ihre bestehenden Verträge kündigen, wenn sie zu einem neuen Anbieter wechseln wollen.

Risikoadäquatere Pricing-Modelle sind nötig
Zeit genug, um sich Gedanken darüber zu machen, wie die längst überfällige Preiswende doch noch erreicht werden kann. Fakt ist: So gut wie alle Marktteilnehmer – von den Versicherern über die Versicherungsmakler bis hin sogar zu Verbandsvertretern der versicherungsnehmenden Wirtschaft – sind sich mittlerweile einig: Die Preiswende muss kommen. Der Verdrängungswettbewerb in der Branche hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Prämien immer weiter sanken – bei gleichzeitig stetig steigenden Schadenquoten und immer großzügiger ausgelegten Versicherungsbedingungen.

Kunden müssen einen Mehrwert für sich erkennen

Auch auf dem 9. Hamburger Forum Haftpflichtversicherung der Universität Hamburg war die Entwicklung der D&O-Prämien Thema. Howden-Geschäftsführer Marcel Armon machte bei seinem Vortrag vor den mehr als 500 versammelten Fachexperten deutlich, wie wichtig es für alle Beteiligten ist auch im Sinne der Kunden jetzt aktiv zu werden. Er riet allerdings, dabei sachte vorzugehen. „Wir wollen doch alle in einer gesunden Sparte arbeiten“, zitierte der Versicherungsmonitor Armon in der Nachberichterstattung zum D&O-Forum.

„Die Preissprünge müssen nicht gleich so groß sein“, argumentierte Armon. Sinnvoller wäre es, die Prämien über mehrere Jahre Schritt für Schritt zu erhöhen und als Gegenleistung auch die Versicherungssumme jeweils aufzustocken. Armon: „Kein Kunde akzeptiert eine pauschale Preiserhöhung nach der Rasenmäher-Methode, vor allem dann nicht, wenn sie ihm keinen erkennbaren Mehrwert bietet.“

Quelle: Versicherungsmonitor, „Keine höheren Preise für D&O-Policen“
Veröffentlicht am: 5. Oktober 2018
Autorin: Friederike Krieger