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Schieds­rich­ter sollen...

Wenn Manager für Fehler in ihrem Unter­neh­men haften sollen, ziehen sich die Gerichts­pro­zesse oft über Jahre hin. Spezia­li­sierte Schieds­ge­richte sollen jetzt die komple­xen D&O-Streitfälle in weniger als zwölf Monaten klären.

Düssel­dorf, den 21.08.2018. Beim Siemens-Skandal wegen schwar­zer Kassen gingen drei Jahre ins Land, ehe das Unter­neh­men Schadens­er­satz von den Manager­haft­pflicht­ver­si­che­rern bekam und neun Jahre, bis der Streit um Ersatz­zah­lun­gen mit den verant­wort­li­chen Managern beendet war. Bei Volks­wa­gen haben die Verhand­lun­gen um Schadens­er­satz noch nicht einmal begon­nen, obwohl die Abgas­af­färe bereits seit 2015 schwelt.

Manager­haft­pflicht­ver­fah­ren sind komplex und langwie­rig

„Ähnlich sieht es bei weniger promi­nen­ten Manager­haft­pflicht­fäl­len aus“, sagt Marcel Armon, Geschäfts­füh­rer des auf D&O-Versicherungen (Direc­tors and Officers) spezia­li­sier­ten Makler­hau­ses Howden Germany aus Düssel­dorf: „Im Mittel­stand dauert es im Schnitt dreiein­halb Jahre, bei Großun­ter­neh­men fünf bis sieben Jahre, bis ein Manager­haft­pflicht­scha­den­fall abgehakt ist.“

Die schlep­pende Abwick­lung belas­tet Unter­neh­men und Manager

Die Folge: Die betrof­fe­nen Unter­neh­men und deren Gesell­schaf­ter oder Aktio­näre bleiben oft jahre­lang auf millio­nen­schwe­ren Vermö­gens­schä­den sitzen. Und auch die Manager, die sie durch Fehlent­schei­dun­gen verur­sacht haben sollen, hängen in der Luft.

D&O-Schiedsgerichte sollen Verfah­ren verkür­zen

Jetzt sollen neue, auf die Anfor­de­run­gen von Manager­haf­tungs­fäl­len spezi­ell angepasste Schieds­re­geln dazu beitra­gen, bei den komple­xen Streit­fäl­len in weniger als zwölf Monaten zu einer Entschei­dung zu kommen. Die Idee: Als Alter­na­tive zu den staat­li­chen Gerich­ten können Manager und Unter­neh­men ihren D&O-Streitfall schnel­ler, kosten­güns­ti­ger und reputa­ti­ons­scho­nend von einem spezia­li­sier­ten Schieds­ge­richt rechts­kräf­tig klären lassen. „Wir verhan­deln alles in nur einer statt wie bisher in zwei Instan­zen und können dadurch die Kosten für Rechts­an­wälte, Gutach­ter und Gerichte enorm senken“, betont der Initia­tor Michael Hendricks.

Auf der Richter­bank sitzen hochka­rä­tige Spezia­lis­ten

Gemein­sam mit der Rechts­ex­per­tin Beata Drenker von Howden Germany hat der Düssel­dor­fer Rechts­an­walt und D&O-Pionier Hendricks mit seiner Innova­tion hochka­rä­tige Mitstrei­ter auf den Plan gerufen. Darun­ter mehr als ein Dutzend Ex-Richter, Hochschul­leh­rer und Spitzen­an­wälte aus den Feldern Manager­haf­tung und D&O-Versicherungsrecht sowie die Schieds­ge­richts­in­sti­tu­tion ARIAS Deutsch­land e.V.. Sie ist bisher schon für Schieds­ver­fah­ren in der Erst- und Rückver­si­che­rung zustän­dig. „Wir freuen uns, jetzt nicht nur eine praxis­nahe Schieds­ord­nung, sondern auch eine Reihe hervor­ra­gend quali­fi­zier­ter Schieds­rich­ter zur schnel­len und kosten­güns­ti­gen Lösung von D&O-Streitfällen zur Verfü­gung stellen zu können“, sagt der Vorsit­zende des Vereins ARIAS Deutsch­land, Dr. Hans-Werner Rhein.

D&O-Police soll die Rechts­kos­ten und den Vermö­gens­scha­den decken

Haupt­ur­sa­che für die bisher schlep­pende Abwick­lung sind die komple­xen Inter­es­sen­kon­flikte, die sich im D&O-Schadenfall auftun: Um ihre angestell­ten Manager gegen die Folgen einer Schadens­er­satz­klage bei eigenem Fehlver­hal­ten abzusi­chern, schlie­ßen viele Unter­neh­men eine D&O-Versicherung (Manager­haft­pflicht­ver­si­che­rung) ab. Sie soll die Rechts­kos­ten für die Abwehr unberech­tig­ter Schadens­er­satz­an­sprü­che und bei berech­tig­ten Ansprü­chen für den Vermö­gens­scha­den aufkom­men.

Aufsichts­rat und Vorstand strei­ten oft über Jahre

Das Problem: In fast jedem D&O-Versicherungsfall strei­ten Aufsichts­rat und Vorstand heftig darüber, ob überhaupt ein Manager­feh­ler vorliegt. Die Kosten für diese Haftungs­strei­tig­kei­ten fressen im Schnitt bereits 70 Prozent der Zahlun­gen auf, die die D&O-Versicherer leisten. Um den Schaden für das Unter­neh­men oder geschä­digte Dritte wie Anleger oder Geschäfts­part­ner selbst auszu­glei­chen, bleibt oft wenig Spiel­masse übrig. Mehr noch: Ist die Haftungs­frage endlich geklärt, folgen in der Regel weitere Verhand­lun­gen zwischen dem Unter­neh­men und dem D&O-Versicherer über die Deckung.

D&O-Schiedsverfahren ermög­licht Schaden­fall­klä­rung in nur einer Instanz

Genau hier setzt das neue D&O-Schiedsverfahren an. Gemein­sam haben die Partner der Initia­tive von Hendricks und Howden eine neue D&O-Schiedsordnung entwi­ckelt, die es erstmals ermög­licht, in einer statt wie bisher in zwei Instan­zen zu klären, ob ein Manager tatsäch­lich gegen seine Pflich­ten versto­ßen hat und deshalb haften muss und ob und wie viel der D&O-Versicherer zu bezah­len hat. Und zwar rechts­kräf­tig, denn gegen Schieds­sprü­che gibt es keine Berufungs­in­stanz. Und weil auch der D&O-Versicherer an dem Mehrpar­teien-Verfah­ren betei­ligt ist, muss er den Schieds­spruch anerken­nen und entspre­chend zahlen.

Allen Betei­lig­ten bleibt der kräfte­zeh­rende Zug durch die Instan­zen erspart

„Wir gehen davon aus, dass die versi­cher­ten Manager unserem neuen Schieds­ver­fah­ren gegen­über dem ordent­li­chen Rechts­weg den Vorzug geben werden, da es allen Betei­lig­ten den kräfte­zeh­ren­den und kostspie­li­gen Zug durch die Instan­zen erspart“, sagt D&O-Experte Hendricks. Und auch die Versi­che­rer stehen dem neuem D&O-Schiedsverfahren positiv gegen­über. „In einzel­nen Schaden­fäl­len können wir schon heute in Abstim­mung mit den Versi­che­rern Unter­neh­men und Managern den Weg des Schieds­ver­fah­rens ermög­li­chen“, sagt Howden-Chef Marcel Armon: „Die Verhand­lun­gen darüber, dass unsere Partner aus der Versi­che­rungs­wirt­schaft den versi­cher­ten Managern unserer Kunden generell den schieds­ge­richt­li­chen Weg einräu­men, laufen bereits“.

Schnel­lere Prozesse könnten zudem dazu beitra­gen, das Defizit in der D&O-Versicherung insge­samt zu lindern. Die Branche hat wegen der wachsen­den Flut an Mangerhaf­tungs­fäl­len im Mittel­stand und milli­ar­den­schwe­ren Haftungs­sze­na­rien à la VW zu kämpfen.

Presse­infor­ma­tion (PDF, 744 kb)
Press release (PDF, 261 kb)

Die folgen­den Bilder sind zum Abdruck freige­ge­ben unter dem Vorbe­halt der redak­tio­nel­len, nicht kommer­zi­el­len Nutzung.

Presse­foto: Marcel Armon (JPG, 2 mb)
Fotonach­weis: Hardy Welsch

Presse­foto: Michael Hendricks (JPG, 1 mb)
Fotonach­weis: Howden

Presse­foto: Beata Drenker (JPG, 847 kb)
Fotonach­weis: Howden

Presse­foto: Dr. Hans-Werner Rhein (JPG, 306 kb)
Fotonach­weis: Privat

Hendricks + Partner hat sich als Rechts­an­walts­kanz­lei auf die Betreu­ung von Manager­haft­pflicht­sze­na­rien spezia­li­siert. Das Juris­ten­team rund um den D&O-Experten Michael Hendricks verfügt über eine mehr als zwanzig­jäh­rige Exper­tise auf dem Gebiet der Organ­haf­tung und D&O-Versicherung.
www.hendricks-partner.de

Howden Germany GmbH ist Markt­füh­rer für Manager­ver­si­che­run­gen. Der versi­che­rungs­un­ab­hän­gige D&O-Spezialmakler berät Unter­neh­men, Führungs­kräfte und deren Versi­che­rungs­mak­ler rund um die Themen Manager­haft­pflicht-, Rechts­schutz- und Vermö­gens­scha­den­ver­si­che­rung (Finan­cial Lines) und Cyber. Rund 60 Versi­che­rungs­ex­per­ten – darun­ter viele Juris­ten – handeln mit den Versi­che­rern die besten Bedin­gun­gen für Unter­neh­men und Manager aus und helfen ihnen, wenn sie auf Schadens­er­satz verklagt werden. Die Tochter der inter­na­tio­nal tätigen Howden Broking Group mit Stand­or­ten in Düssel­dorf, Hamburg und München, bietet dabei weltwei­ten Versi­che­rungs­schutz.
www.howdengroup.de

Presse­kon­takt
Hendricks + Partner
Rechts­an­wälte mbB
Michael Hendricks
T +49 (0)211 – 957 41 62 – 30
E contact@​hendricks-​partner.​de

Julia Leendertse
Head of Public Relati­ons
Howden Germany GmbH
T +49 (0)211 – 940 83 – 11
E julia.​leendertse@​howdengroup.​de

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